Nachhaltige Verpackungsmaterialien

von Laura Fröhlich

Wir bei Dr. Jacob’s möchten so nachhaltig wie möglich handeln. Dies betrifft selbstverständlich auch unsere Verpackungen. In diesen Zusammenhang wurden wir von Kunden häufiger gefragt, ob wir unsere Produkte statt in Plastik- nicht in Glasbehältern anbieten könnten. Wir haben uns mit dieser Frage intensiv auseinandergesetzt.

Glas vs. Kunststoff

Glas hat ein deutlich besseres Umwelt-Image als Plastik, was aber bei näherer Betrachtung trügt. Die Wahl zwischen Glas und Kunststoff als nachhaltiges Verpackungsmaterial ist ein komplexes Thema, bei dem sowohl die Vorteile von Kunststoffdosen und Glas als auch die Herausforderungen der Umweltschäden durch beide Rohstoffe beleuchtet werden müssen.

Vorteile von Kunststoffdosen

Obwohl Glas oft als umweltfreundlicher angesehen wird, zeigen Studien, dass Glasflaschen einen größeren ökologischen Fußabdruck hinterlassen als Kunststoffdosen und andere Verpackungsmaterialien (Lee, 2023).

Hier sind einige Gründe, warum wir Kunststoffdosen verwenden:

  1. Energieeffizienz: Bei der Herstellung von Glas werden extrem hohe Temperaturen benötigt, was einen erheblichen Energieaufwand bedeutet. Im Gegensatz dazu benötigt die Herstellung von Kunststoffdosen weniger Energie, da ihr Schmelzpunkt niedriger liegt.
  2. Leichtgewichtig: Kunststoffdosen sind wesentlich leichter als Glas, sodass für den Transport weniger Energie benötigt wird. Dies führt zu geringeren CO2-Emissionen und trägt zur Verringerung des Treibhauseffekts bei.
  3. Vielseitigkeit: Kunststoffdosen sind in einer Vielzahl von Formen, Größen und Farben erhältlich und eignen sich daher ideal für eine breite Palette von Anwendungen.
  4. Sicherheit: Kunststoffdosen sind bruchsicher, was den Transport und die Handhabung sicherer macht. Glas hingegen kann zerbrechen und stellt ein potenzielles Sicherheitsrisiko dar.
  5. Recycling: Entgegen einigen Mythen können PET-Kunststoffdosen vollständig recycelt werden, wenn sie ordnungsgemäß im Gelben Sack entsorgt werden.
  6. Wiederverwendung: Plastikdosen können wiederverwendet und zu Lagerzwecken genutzt werden. Unsere Dosen schließen luftdicht ab und sind daher vielseitig nutzbar.

Die verborgenen Kosten von Glas: Umweltschäden und Gesundheitsrisiken

Der Abbau von Quarzsand, der für die Glasherstellung benötigt wird, kann erhebliche Umweltschäden verursachen, von der Bodendegradation bis hin zum Verlust der Biodiversität. Bei der Gewinnung und Verarbeitung von Quarzsand wird Silikatstaub freigesetzt. Studien zeigen, dass eine langfristige Exposition gegenüber Silikatstaub ein Gesundheitsrisiko darstellt, das zu akuter Silikose, einer irreversiblen und oft tödlichen Lungenerkrankung, führen kann. Obwohl Glasbehälter mehrmals wiederverwendet werden können, werden sie oft als Einwegprodukte behandelt. Glas braucht bis zu einer Million Jahre, um sich zu zersetzen. Sowohl die Herstellung als auch das Recycling von Glasflaschen ist sehr energieaufwändig (s.o.).

Die Herausforderungen der Kunststoffverschmutzung: Der Beitrag der Fischereiindustrie

Die Nachfrage nach Fisch und Meeresfrüchten steigt weltweit rapide, während die Bestände bereits enorm abgenommen haben. Der Umsatz des offiziellen Marktes für Fisch und Meeresfrüchte wird im Jahr 2023 auf 624,20 Milliarden US-Dollar geschätzt (Statista, 2023). Neben dem offiziellen Markt wächst auch der Schwarzmarkt für Fisch und Meeresfrüchte, welcher zusätzliche ökologische und wirtschaftliche Probleme verursacht. Dabei wird kaum kontrolliert, was die Fischereiindustrie auf den Ozeanen treibt. Immer wieder kommen engagierte Fischereiinspektoren unter mysteriösen Umständen auf See ums Leben (Carreon, 2021). Die Ozeane sind ein quasi rechtsfreier Raum.

Die stetig steigende Nachfrage nach Fisch führt zu einem erhöhten Einsatz von Schiffen und radikalen Fangmethoden. Die Folge ist eine drastische Zunahme der Plastikverschmutzung in unseren Ozeanen: Eine neue, alarmierende Studie von The Ocean Cleanup, die in Scientific Reports veröffentlicht wurde, zeigt, dass zwischen 75 % und 86 % des Plastikmülls im Great Pacific Garbage Patch (GPGP), einer Plastik-Müllzone im Pazifik in der Größe von Texas, aus der industriellen Fischerei stammen (2022). Der Plastikmüll im Meer stammt demnach überwiegend aus industriellen Fischereiabfällen (Netze, etc.) und nicht aus Kunststoffabfällen aus Haushalten, wie z. B. Plastikdosen. Es gibt insgesamt fünf solcher Müllzonen, in denen sich Plastikmüll in den Ozeanen ansammelt.

Doch die Kunststoffverschmutzung ist nur die Spitze des Eisbergs. Die Industriefischerei, insbesondere die Schleppnetzfischerei, hat weitreichende Folgen. Beim Einsatz von Grundschleppnetzen werden Meeresböden und ihre Bewohner, einschließlich wertvoller Kaltwasserkorallenriffe, zerstört. Diese Riffe bieten in tiefen, artenarmen Regionen wichtige Habitate und fungieren als „Kinderstube“ für viele Fischarten. Darüber hinaus fördert die Schleppnetzfischerei die Freisetzung organischer Kohlenstoffverbindungen aus dem Meeresboden, die in klimaschädliches CO₂ umgewandelt werden, was sowohl zur Ozeanversauerung als auch zur Verstärkung des Treibhauseffekts beiträgt. Die Ozeane sind die größten CO₂-Speicher der Erde. Nicht zu vergessen ist der hohe Beifanganteil (80-90 %), der durch Schleppnetze verursacht wird, wodurch Jungfische, andere Meereslebewesen und auch Schildkröten und Delfine unnötig sterben.

Die Auswirkungen und das Ausmaß der Meeresverschmutzung durch Kunststoffe werden auch im Dokumentarfilm „Seaspiracy“ dargestellt. Leider werden die unsichtbare Zerstörung der Ozeane durch die Fischereiindustrie und ihre Auswirkungen auf das Klima noch immer stark unterschätzt.

Die wirklich gesunden Nährstoffe im Fisch sind Omega-3-Fettsäuren, Selen und Jod. Diese kann man heute sehr einfach auch aus veganen Quellen aufnehmen. Gleichzeitig schont man die Ozeane und deren Bewohner und erspart sich die hohen Mengen an Quecksilber, Dioxine, PCBs und andere Schadstoffe, die sich in Fischen konzentrieren.

Membrandosen als Verpackung von Dr. Jacob’s Produkten

Unsere Produkte in Pulverform sind überwiegend in Membrandosen verpackt. Hierbei handelt es sich um Dosen aus Pappkarton in der Kombination mit anderen Materialien.

Wir haben uns lange und eingehend mit dem Für und Wider von Membrandosen sowie mit möglichen Verpackungsalternativen auseinandergesetzt. Membrandosen schützen unsere empfindlichen Pulverprodukte optimal und haben durch ihr leichtes Gewicht und die Recyclingfähigkeit eine gute Öko-Bilanz.

Membrandosen sind lebensmittelecht – es kann kein Aluminium in das Produkt gelangen

Membrandosen sind gesundheitlich völlig unbedenklich. Der Innendeckel, die sogenannte Membran, besteht aus lebensmittelechtem, beschichtetem Aluminium, der Dosenboden aus Weißblech. Die Seitenwand der Membrandose ist von innen her mit einer Aluminium-Folie ausgekleidet (Aluminium-Innenkaschierung). Damit die Aluminium-Folie nicht mit dem Lebensmittel in Berührung kommt, ist sie mit einer dünnen Kunststoffschicht (PET) farblos überzogen. Dadurch kann vollständig ausgeschlossen werden, dass Aluminium auf das enthaltene Pulver übergehen kann. Wo technisch möglich, verzichten wir bei unseren Membrandosen auf die Aluminiuminnenmembran.

Membrandosen für die beste Produktqualität

Membrandosen haben sich als die beste Art der Verpackung für einige unserer Produkte erwiesen. Insbesondere Pulverprodukte sind sehr empfindlich gegenüber Feuchtigkeit. Membrandosen stellen in dieser Hinsicht die optimale Verpackung dar: Sie sind sehr dicht und bieten damit den besten Schutz vor Feuchtigkeit und damit dem Verklumpen der Produkte, wie auch vor einem Verlust von Aromen. Die Alufolie in der Seitenwand der Membrandosen stellt darüber hinaus sicher, dass die auf den Dosen aufgebrachte Druckerfarbe nicht in das Produkt gelangen kann.

Membrandosen – bessere Öko-Bilanz als Glas bzgl. Transport

Membrandosen wiegen einen Bruchteil von z. B. Glas. Unsere Produkte werden zu Tausenden in ganz Deutschland verschickt, aber auch ins Ausland befördert. Produkte mit leichterem Verpackungsmaterial erreichen damit – was den Transport betrifft – eine deutlich bessere Öko-Bilanz im Vergleich zu schwereren Produkten.

Recycling von Membrandosen

Beim Recycling von Verpackungen werden die verschiedenen Stoffe, wie z. B. Papier, Kunststoff oder Metall, maschinell sortiert. Damit das möglich ist und die Wiederverwertung der einzelnen Stoffe optimal funktioniert, müssen die unterschiedlichen Verpackungsbestandteile bereits vor der Entsorgung voneinander getrennt werden. Nimmt man einen Joghurtbecher als Beispiel, so sollte der Aluminiumdeckel vollständig vom Becher gelöst werden. Ist der Joghurtbecher außen mit einem Karton umkleidet, so sollte auch dieser von dem Kunststoff auf der Innenseite gelöst werden. Auf diese Weise können sowohl Karton, Kunststoff als auch Aluminium wiederverwertet werden. Erfolgt die Trennung nicht, wird die Verpackung nur zum Teil recycelt. Auch bei Membrandosen ist es daher wichtig, Kunststoffdeckel, Kunststoffboden und Dose getrennt voneinander dem Recycling zuzuführen.

Unser Engagement für Nachhaltigkeit und Verantwortung im Umgang mit Kunststoffen

Wir sind uns der Herausforderungen bewusst, die Kunststoffe für die Umwelt darstellen können, und setzen uns für nachhaltige Praktiken ein. Wir suchen stetig nach umweltfreundlicheren Alternativen im Verpackungsbereich, die gleichzeitig die Produktqualität optimal erhalten und den Preis nicht deutlich erhöhen. Das Balancieren von Nachhaltigkeit, Qualität und Kosten stellt eine ständige Herausforderung dar.

Dabei steht die Sicherheit unserer Kunden für uns an erster Stelle: Deshalb sind alle unsere Membrandosen BPA-frei und unsere Produkte kommen nicht mit Aluminium in Berührung.

Unsere Verpackungen werden durch die Teilnahme am Dualen System (Der Grüne Punkt – Duales System Deutschland GmbH) dem Recycling zugeführt. Werbematerialien werden größtenteils auf Recyclingpapier gedruckt. Und auch die Zutaten unserer Produkte sind so natürlich wie möglich. „Die Umwelt schützen“ ist also eine Aussage, die wir bei Dr. Jacob’s Medical Tag für Tag sehr ernst nehmen.

 

Literatur:

Carreon, B. (2021, June 21). Death at sea: the fisheries inspectors who never came home. The Guardian. https://www.theguardian.com/world/2021/jun/20/death-at-sea-the-fisheries-inspectors-who-never-came-home

Lee, C. (2023, 28. April). Glass or plastic: which is better for the environment? BBC Future. https://www.bbc.com/future/article/20230427-glass-or-plastic-which-is-better-for-the-environment

Statista. (2023, März). Fish & Seafood - Worldwide | Statista Market Forecast. https://www.statista.com/outlook/cmo/food/fish-seafood/worldwide

The Ocean Cleanup. (2022, 1. September). Over 75% Of Plastic in Great Pacific Garbage Patch Originates From Fishing • Press Release • The Ocean Cleanup. https://theoceancleanup.com/press/press-releases/over-75-of-plastic-in-great-pacific-garbage-patch-originates-from-fishing/

 

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